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Betriebs-, Familienhilfsdienst und Maschinenring Coesfeld e.V.

Aktiv für Land und Leute - seit 1968

Gegründet als „Betriebshilfsdienst im Kreis Coesfeld“, war der Verein zunächst eine Selbsthilfeorganisation, der die zugehörigen landwirtschaftlichen Betriebe bei der Koordinierung von Hilfsdiensten unterstützte. Der Bedarf an Hilfeleistungen stieg stetig und erstreckte sich bald auch auf den familiären Bereich sowie auf die Betreuung und Pflege kranker und alter Menschen.

 

1968 - Hilfe zur Selbsthilfe: Gründung des „Betriebshilfsdienst Coesfeld“

„Keimzelle“ des Betriebshilfsdienstes war ursprünglich ein Zusammenschluss von Landwirten aus dem Kreis Coesfeld. Hintergrund war der bereits in den 60er Jahren einsetzende Strukturwandel in der Landwirtschaft, in dessem Zuge sich immer mehr Familienbetriebe zu „Einmann-Betrieben“ entwickelten. Fiel die Arbeitskraft eines Bauern beispielsweise aus Krankheitsgründen aus, konnte das fatale Folgen für die wirtschaftliche Existenz seines Hofes haben. Um in solchen Notfällen die Versorgung der Betriebe zu gewährleisten, schlossen sich Landwirte zu einem organisierten Selbsthilfeverein, dem Betriebshilfsdienst, zusammen.

Am 30. September 1968 fand die Gründungsversammlung im Coesfelder „Haus Klinke” statt, initiiert von der Landwirtschaftskammer Coesfeld, vom Landwirtschaftlichen Kreisverband Coesfeld sowie dem Verein Landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen. Zum ersten Vorsitzenden wurde Dr. Albert Focke gewählt.

 

1970 - Hilfe im Haushalt: Landfrauenvertreterinnen im Einsatz

Auch wenn eine Landwirtin wegen Krankheit, Unfall, Schwangerschaft ihren Haushalt nicht mehr weiterführen konnte, waren Hilfsangebote dringend erforderlich. Am 1. August 1970 stellte deshalb der Vereinsvorstand als erste Landfrauenvertreterin Maria Jeling aus Dülmen ein. Die Einsatzleitung übernahm Bernhardine Bellerich aus Coesfeld.

 

1971 - Einführung des Maschinenringes

Da bei den landwirtschaftlichen Betrieben die Nachfrage nach überbetrieblicher Maschinenarbeit und Spezialmaschinen wuchs, beschloss der Vorstand im April 1971 die Einführung des Maschinenrings. Ziel war es, landwirtschaftliche Spezialgeräte zur rentableren Auslastung mit mehreren Landwirten zu benutzen. Vermittelt wurden sowohl Maschinen als auch Arbeitseinsätze – das Geld sollte im Kreis der Landwirte bleiben.

Um die neuen organisatorischen Anforderungen bewältigen zu können, stellte der Verein einen hauptberuflichen Geschäftsführer ein.
Clemens Focke aus Darup übernahm bis 1975 diese Aufgabe, die Geschäftsstelle befand sich bis 1998 im Gebäude der Landwirtschaftskammer Coesfeld.

 

1975 - 704 Mitglieder, 8 Betriebshelfer und 8 Haushaltshilfen

Am 1. Juli 1975 wurde Josef Volmer aus Schöppingen neuer Geschäftsführer und blieb es bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand 2011.

In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Mitglieder weiter enorm an, gleichzeitig wuchs auch der Bedarf an Hilfeleistungen in den landwirtschaftlichen und familiären Bereichen.

1977 erhielt der Verein einen neuen Namen: „Betriebs-, Familienhilfsdienst und Maschinenring Coesfeld e.V.“. Die Namensänderung sollte auch nach außen die Aufgaben des Vereins deutlich zeigen.

 

1986 - Die neue Güllebörse schafft Lösungen

Auf Grund steigender Tierhaltung vieler Betriebe konnte die anfallende Gülle - entsprechend der neu in Kraft getretenen Gülleverordnung - vielfach nicht auf den betriebseigenen Ackerflächen verwertet werden. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und berufsständischen Vertretern schaffte der BHD Coesfeld mit der Gründung einer „Güllebörse” eine schnelle und nachhaltige Lösung.

 

1990 - Hilfsangebote für die häusliche Kranken- und Seniorenpflege

Der konstante Anstieg der Mitgliederzahlen fand in diesem Jahr seinen Höhepunkt: Der BHD zählte 1229 Mitglieder, für die 13 Betriebshelfer und 12 Haushaltshilfen nebst zahlreichen Aushilfskräften im Einsatz waren.

Der Bedarf an Leistungen in der Haushalts- und Familienhilfe wuchs nicht nur bei den landwirtschaftlichen Mitgliedern - verstärkt suchten auch Menschen von außerhalb nach Unterstützung in sozialen oder hauswirtschaftlichen Bereichen. Die Gründung einer eigenen Sozialstation zeichnete sich bereits ab.

 

1993 - MR Agrar-Service GmbH – Maschinenring und mehr

Als gewerblich tätiges Tochterunternehmen des BHD wurde 1993 die MR Agrar-Service Dienstleistungen für Stadt und Land GmbH gegründet. Sie bündelt heute alle gewerblichen Tätigkeiten und Dienstleistungen für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum. Auch die vielfältigen Angebote dieses Unternehmens stehen unter dem Leitspruch "Unser handeln soll dem Landwirt nützen".  

 

1994 - Die BHD Sozialstation – kreisweite Hilfeleistungen für alle Bürger

Da der enorm hohe Umfang der Pflegeeinsätze nicht mehr über den Betriebshilfsdienst zu leisten war, rief der BHD eine Sozialstation ins Leben.

Dass ein landwirtschaftlicher Betriebshilfsdienst eine eigene Sozialstation gründet, war bis dato neu und einmalig in Deutschland. Die Landwirte fassten den Beschluss einstimmig bei den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen Anfang Februar 1994 in der Coesfelder Stadthalle. Die BHD Sozialstation stand von Anfang an nicht nur Landwirten, sondern allen Bürgern offen. Betreuung und Pflege organisiert seitdem ein professionelles Fachpersonal, das kontinuierlich angeleitet und geschult wird. Unterstützung bei der Hausarbeit, beim Putzen, Kochen und Einkaufen gehört ebenfalls zum Leistungspaket der BHD Sozialstation.

 

1998 - Einzug in ein eigenes Gebäude

Im März 1998 bezog der BHD Coesfeld gemeinsam mit dem WLV ein neues Gebäude an der Borkener Straße.

Da diese Räumlichkeiten schon bald den wachsenden Ansprüchen der gemeinsamen Nutzung nicht mehr gerecht werden konnten, entschloss man sich später zum Neubau eines eigenen Verwaltungsgebäudes, das 2004 bezogen wurde.

Hier werden alle Aktivitäten der BHD Unternehmen gebündelt. Es  bildet heute die Informations- und Verwaltungszentrale und den Knotenpunkt für schnelle, zuverlässige Einsätze.

 

2005 - Eröffnung der Seniorenwohnanlage St. Johannes in Lette

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des BHD ist der Neubau der Seniorenwohnanlage St. Johannes. In dem modernen Gebäude in Lette können nach erfolgter Erweiterung im Jahr 2009 nun 78 Bewohner aller Pflegegrade professionell versorgt werden. Bei Bedarf stehen auch Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung.

 

2013 - BHD-Tagespflege am Standort Lette

Zum 01.01.2013 übernahm der BHD die Tagespflegeeinrichtung Wichmann am Standort der BHD Seniorenwohnanlage St. Johannes in Coesfeld-Lette. Mit diesem Angebot werden ältere Menschen versorgt, die zuhause leben und tagsüber unterstützende Hilfe, Betreuung und aktivierende Pflege benötigen. Gleichzeitig werden die pflegenden Angehörigen hierdurch entlastet und unterstützt.

Die Übernahme dieser Einrichtung komplettiert die ganzheitliche Versorgung des BHD im Bereich der Seniorenpflege.

 

2014 - Übernahme des Bauerncafé Höltingshof

Im März 2014 wurde mit der Familie Ernsting in Lette der Pachtvertrag zur Bewirtschaftung des Bauerncafé Höltingshof geschlossen. Der BHD nutzt die gemütlichen Räume für die Bewirtung von Ausflugsgästen und der Besucher des benachbarten Glasmuseums genauso wie für Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen. Außerdem wird hier ein Seniorencafé im Rahmen der ambulanten Betreuungsleistungen durch die BHD Sozialstation angeboten.

 

2016 - Zwei neue Tagespflegen in Gescher und Coesfeld

Eine zweite BHD Tagespflege wurde im Februar 2016 in Gescher eröffnet. Diese nutzt die eigens für diesen neuen Zweck renovierten und umgebauten Räume der ehemaligen Gaststätte Tubes. Sie bietet Platz für insgesamt 16 Tagesgäste.

Im Oktober 2016 erfolgte die Eröffnung der BHD Tagespflege in Coesfeld. Auf dem Gelände der ehemaligen Ludgerus-Kirche bietet ein neues, modernes Gebäude reichlich Platz für zehn Tagesgäste. Die bewusst geringe Gruppengröße bietet viele Möglichkeiten für noch individuellere Betreuungsangebote der hilfebedürftigen Senioren.

 

 

Dank moderner, serviceorientierter Organisationsstrukturen bietet die BHD Gruppe heute eine große Bandbreite an Dienstleistungen - nicht nur für Mitglieder, sondern für alle Menschen in Stadt und Land, die Hilfe in speziellen Bereichen benötigen.
Mit seinen Aufgaben ist auch der BHD gewachsen - im Laufe der Jahre entwickelte sich der einstige Verein zu einer modernen, serviceorientierten Unternehmensgruppe mit unterschiedlichen Dienstleistungsbereichen.