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Betriebs-, Familienhilfsdienst und Maschinenring Coesfeld e.V.

Information und Schutz vor betrügerischer und unfairer Telefonwerbung

Datum: Dienstag, 29. Juli 2008

Vorsicht bei ungebetenen Anrufern!

Meist abends, wenn der Verbraucher zu Hause ist, klingelt überraschend das Telefon. Die Stimme am anderen Ende eröffnet ein Angebot, dem Sie kaum widerstehen können. Ein günstiges Zeitschriften-Abo, eine unverzichtbare Versicherung oder günstige Telefontarife, die man unbedingt haben sollte. Wer kennt das nicht?

In der letzten Zeit hat sich unerwünschte Telefonwerbung für die Verbraucher zu einem erheblich belästigenden Problem entwickelt. Immer mehr Firmen lassen von professionell und psychologisch geschulten Werbeanrufern neue Kunden ködern.

Da diese darauf trainiert sind, den überrumpelten Gesprächspartner am Telefon zu halten, kommt meist gegen den ursprünglich festen Willen des Angerufenen, dennoch ein Gespräch über das Produkt zustande und endet nicht selten in einem Vertragsschluss. Doch was viele immer noch nicht wissen: Die Rechtslage ist eindeutig. Telefonwerbung ist verboten!

Laut Gesetz sind Werbeanrufe nur dann zulässig, wenn der Angerufene dem Anrufer vorher ausdrücklich erklärt hat, diese erhalten zu wollen. Bei Verstoß gegen das Verbot müssen die unseriösen Werbeanrufer sogar ein Bußgeld von bis zu 50.000 € zahlen. Das soll, laut Bundesjustizministerium, verhindern, dass die Anrufer sich auf Zustimmungserklärungen berufen, die der Verbraucher in einem anderen Zusammenhang oder nachträglich erteilt hat. Selbst wenn man bereits Kunde eines Unternehmens ist oder war, darf dieses jemandem am Telefon nicht unaufgefordert neue Produkte anbieten. Problematisch ist dabei, dass man nicht immer nachweisen kann, um wen es sich bei dem Anrufer handelt. Viele unterdrücken ihre Rufnummer bei den Werbeanrufen, sodass der Verbraucher oft nichts zurückverfolgen kann.

Doch wie kann sich der Einzelne sonst gegen unerwünschte Telefonwerbung schützen? Am besten und einfachsten ist immer noch gleich Auflegen. Wenn mach sich jedoch auf ein Gespräch einlässt, ist eine klare Sprache angebracht. Fragen Sie den Anrufer, wie er an Ihre Nummer gekommen ist. Lassen Sie sich seinen Namen und das Unternehmen in dessen Auftrag er arbeitet, geben. Schreiben Sie sich Rufnummer, Datum und Uhrzeit des Gespräches auf und geben Sie keine vertraulichen Daten wie z.B. Ihre Kontonummer weiter. Sind Sie doch an dem Produkt interessiert und wollen Prospekt-Material anfordern, müssen Sie dem Anrufer auf jeden Fall klar machen, dass dies kein Vertragsabschluss ist und das anrufende Unternehmen die Kosten zu tragen hat.

Sollte trotz allen Vorsichtsmaßnahmen ein ungewünschter Vertrag zu Stande gekommen sein, haben Sie immer noch ein zweiwöchiges Widerspruchsrecht, in dem Sie ohne Angabe von Gründen vom Vertrag zurücktreten können. Hat Sie der Anbieter nicht schriftlich darauf hingewiesen, beträgt diese Frist sogar sechs Monate.

Vertrauen Sie also nicht auf jeden Anrufer der Sie kontaktiert um Ihnen einen Handyvertrag, ein Zeitschriftenabo oder ähnliches anzubieten.

Bei Fragen rund um Ihren Handyvertrag wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihre örtliche Maschinenring-Geschäftsstelle.