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Betriebs-, Familienhilfsdienst und Maschinenring Coesfeld e.V.

Sturmschäden sicher beseitigen

Datum: Freitag, 17. April 2015

Als Sturmtief „Niklas“ über uns hinwegzog, hinterließ er vielerorts sichtbare Schäden, vor allem in den Wäldern.
Waldbesitzer werden hier zum Teil monatelang aktiv sein müssen, um die verheerenden Folgen zu beseitigen. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) rät Waldbesitzern, entwurzelte, abgebrochene und ineinander verkeilte Bäume nicht selber aufzuarbeiten: Kreuz und quer und ineinander verkeilt liegen abgebrochene Bäume, aus der Erde gerissene Wurzelteller, abgebrochene Wipfel – solche Windwurfnester sollten nur von erfahrenen Experten mit leistungsfähigen Forstmaschinen aufgeräumt werden. Waldbesitzer, die darin keine Erfahrung haben, auch wenn sie im Umgang mit der Motorsäge geübt sind, unterschätzen leicht die Gefahren, die von solch einer Extremsituation ausgehen können. Bei entwurzelten oder abgebrochenen Baumstämmen, die unter Spannung stehen, kann bereits ein falscher Schnitt reichen, um den Stamm katapultartig und mit enormer Kraft nach oben oder zur Seite schnellen zu lassen. Weil die Verletzungsgefahr hier erheblich ist, sollte in solchen Situationen immer auf die Hilfe von Profis zurückgegriffen werden. Sie verfügen über Erfahrung, die notwendige Technik und das passende Gerät. Adressen vermitteln die örtlichen Waldbesitzervereinigungen, die Forstverwaltung oder die Ansprechpartner der Maschinenringe. Für Forstprofis, die sich jetzt an die Arbeit machen, um die Sturmschäden zu beheben, hat die SVLFG einige Tipps zusammengestellt: Wenn Sie nicht die nötigen Voraussetzungen haben, um „Problembäume“ sicher zu fällen oder aufzuarbeiten, unterlassen Sie bitte den Versuch. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie Ihre Fähigkeiten richtig einschätzen. Experten sollten eingesetzt werden, wenn der Einsatz von Maschinen nicht möglich bzw. nicht rentabel ist. Dies sind meistens gelernte Forstwirte, die die nötigen Erfahrungen und passende Ausrüstungen dafür haben. Gehen Sie schwierige Situationen besonnen und überlegt an. Manchmal hilft der Erfahrungsaustausch mit einer weiteren erfahrenen Person. Prüfen Sie vor dem Arbeitseinsatz, ob die erforderliche Schutzausrüstung vorhanden ist und ob Werkzeug und Arbeitsgeräte im einsatzfähigen Zustand sind. Sichere Technik ist hierbei am wichtigsten. Bei Fragen berät Sie gerne Ihr Maschinenring zur Vegetationspflege. Arbeiten Sie nie unter hängenden Wipfeln und Stämmen oder hinter ungesicherten Wurzeltellern! Hier – ebenso wie beim Entzerren verkeilter, unter Spannung stehender Bäume im Windwurfverhau – ist mindestens die Hilfe eines Schleppers und einer Seilwinde unabdingbar, um die Stämme zur Aufarbeitung in einen ungefährlichen Bereich zu ziehen. Vor dem Schneiden ist die Spannung gewissenhaft anzusprechen und die daraus abzuleitende Schnitttechnik zu wählen. Die Druckseite zunächst nicht zu tief ansägen, so dass die Säge nicht einklemmen kann. Danach gefühlvoll von der Zugseite her sägen. Bei Stämmen mit besonders starker Spannung sollte der Schnitt seitlich versetzt werden. Bei seitlicher Spannung immer von der Druckseite aus arbeiten. Diese Tipps unterstützen Sie dabei, Sturmschäden sicher zu vermeiden und um vermehrte Unfallzahlen bei den Wald- und Brennholzarbeiten zu vermeiden. Schäden an Gebäuden Außerdem verursachte Sturmtief Niklas viele Schäden an Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Gebäuden. Auch hier gilt es, beim Besteigen von Dächern vorsichtig zu sein. Die SVLFG rät daher zu folgenden Sicherheitsmaßnahmen: Höhensicherungsgeschirre an geeigneten Anschlagpunkten, Hubarbeitsbühnen, Sichere Arbeitskörbe an sicheren Trägerfahrzeugen, Fassadengerüste, Ähnliche Maßnahmen. Sie sollten auf jeden Fall auf wacklige Leiterkonstruktionen und ungesicherte Kletterpartien verzichten, denn Stürze aus großer Höhe enden meist nicht gut.